Autor

BERND

Datum

24. Juni 2020

Events in Zeiten von Covid 19

Ein Appell für einen Schritt nach vorne.

Aktuell wird das Thema Events bei Veranstaltern und Publikum eher mit Samthandschuhen angefasst, es herrschen viel Unsicherheit und Vorsicht. 

Diverse Fragen geistern durch die Köpfe. Was ist erlaubt und was nicht? Dürfen Veranstaltungen geplant werden? Wie können Veranstalter für die Gesundheit der Gäste sorgen? Wer kann bei der Planung unterstützen? Was passiert bei einer zweiten Welle mit meinen geschlossenen Hotel- oder Locationverträgen? 

Seit mittlerweile über 4 Monaten finden Events weltweit extrem eingeschränkt statt. Es herrscht viel Unsicherheit – stark bewährte föderale Systeme werden auf eine harte Probe gestellt. Wir kämpfen mit vielen Unterschieden. 

Ein kurzer Rückblick

Von der tollen Vergangenheit zu schwärmen, bringt uns nicht zum nächsten Schritt in die Zukunft. Die Branchenverbände kämpfen um Gehör, leider aber noch eher als Einzelkämpfer und ohne gemeinsame Stimme. 

Ein wichtiger Impulsgeber ist der FAMAB Kommunikationsverband e.V. Er hilft den Veranstaltern mit konkreten Zahlen und Handlungsempfehlungen, auch außerhalb der Mitglieder. Politisch ist der Verband allerdings nicht einflussreich genug, genauso wie die anderen Verbände. Eine Einzelaktion schaffte es diese Woche endlich nach 4 Monaten der Veranstaltungswirtschaft Gehör zu verschaffen und dann auch direkt in die Prime Time Zeit der Tagesthemen – die „Night of Light 2020“. Initiiert wird die Veranstaltung von Tom Koperek, Vorstand der LK-AG Essen. Er brachte zum ersten Mal über 8000 Player der Branche zusammen und motivierte sie gemeinsam ein starkes Zeichen zu setzen. Ein temporärer Dachverband für einen Abend sozusagen – ein erster wichtiger Schritt.  

In Zukunft sollten sich Eventmacher strategisch in der Bundesrepublik aufstellen und vernetzen. Nach eigenen Angaben ist die Eventbranche nach Umsatz die sechstgrößte Branche in der Bundesrepublik. Wie kann es da sein, dass es keine Hauptstadtvertretung gibt. In Berlin gibt es 6000 Lobbyisten. Jede noch so kleine Branche ist vertreten. Hier wird ein klares strategisches Versäumnis sichtbar.  Und die Lösung kann nicht alleine heißen alle Verbände unter einem Dach zu vereinen. Vielmehr müssen sich alle Unternehmen auf einen kleinen gemeinsame Nenner einigen und ihren Verband so stärken.

Alles digital?

Es werden immer mehr Spekulationen laut, dass in Zukunft immer mehr Events digital stattfinden werden. Selbst der digitale Vorreiter, die re:publica war am Ende aber nur ein Livestream. Die vergangenen Wochen sind geprägt von vielen alten Akteuren in neuem Gewand, die versuchen über Nacht neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Plötzlich bieten alle sogenannte “Digitale Events” an. Große Unternehmen bieten plötzlich dort digitale Leistungen an, wo sie vorher noch Tische,Stühle,Catering und Technik koordiniert haben -häufig in Zusammenarbeit aus Eventagentur und Technikdienstleister. 

Sie beginnen hier einen Wettlauf, den sie nicht gewinnen werden – aus zwei Gründen.  Spätestens im Frühjahr 2021 werden wir wieder Events machen wie noch im Februar diesen Jahres und zweitens haben die Anbieter der bekannten Technologien aus dem Silicon Valley einen meilenweiten Vorsprung und das richtige Mindset um die digitalen Tools in Lichtgeschwindigkeit dem Markt anzupassen.

Viele Agenturen haben mittlerweile gelernt, dass die Zielgruppe zu Hause eine komplett andere ist, als im realen Veranstaltungskodex. Es werden Aufrufzahlen gleichgesetzt und gefeiert wie Veranstaltungsteilnehmer*innen – ein schwerer Fehler. Auch Livekonzepte und die Aneinanderreihung von Speakern mit schlechten Mikrofonen im Homeoffice führt nicht zum Erfolg. Die Herausforderung: Digital heißt nicht analoges zu kopieren, sondern entlang der digitalen Customer Journey zu denken und zu handeln.

Die Leanrings bisher:

> Zielgruppe analog ist anders als Zielgruppe digital

> Die ohnehin schon deutlich kürzer werdende Aufmerksamkeitsspanne wird noch kürzer, wenn wertvolle Inhalte vermittelt werden soll. 

> Eine dauerhafte Teilnehmerbindung über einen Zeitraum von 3 Stunden und länger ist unmöglich 

> die Emotionalität ist digital (noch) nicht herzustellen 

> ein persönlicher Austausch bei der Kaffeepause oder im Innenhof ist noch nicht digtial zu ersetzen und bleibt das wichtigsten Element der Live-Kommunikation.

Fazit: Hybrid ja. Alles Live durch digital ersetzen nein!

Events in Zukunft

Klar ist, Corona beschleunigt stark hybride Veranstaltungsformate. Das ist auch gut so. Zudem haben wir gelernt, dass wir nicht für jedes 4 Personen Meeting ins Flugzeug oder ins Auto steigen müssen.  Wir benötigen in der heutigen Zeit vor allem Besonnenheit. Wir müssen auf unsere Stärken und gleichzeitig auch auf unsere Kundenbeziehungen vertrauen. 

Es gibt viele gute Ideen und Kompetenzen in unseren Reihen. Diese sollten wir versuchen einzusetzen und kreativ zu sein ohne anzufangen einen technologie Wettkampf zu führen. Für unsere Kunden heißt das Vertrauen auf bestehende Partner. Für die Agenturen heißt das: digital und hybrid (mit)denken. Der Fokus sollte auf Kreation, Idee und Content iegen. 

Wichtig ist es den Mut zu finden unter den aktuellen Auflagen wieder zu veranstalten, wo es möglich ist. Mit der Sorgfalt und Planungssicherheit, die wir auch schon vorher haben walten lassen. Die Branche setzt sich bei Eventplanungen seit jeher mit Abständen, Kapazitäten, Hygiene und Besucherführung und vielen anderen Bestimmungen auseinander. Die regional unterschiedlichen Auflagen bekommen wir mit unserer sorgfältigen Planung gut umgesetzt. 

Schon jetzt sprießen Anbieter wie Pilze aus dem Boden die Coronaberatungen anbieten um so neue Umsätze zu generieren. Dabei kann es jede gute Agentur mit der notwendigen Sorgfalt selber leisten und ihren Kunden auch in unsicheren Zeiten zur Seite stehen. 

Unsere klare Empfehlung

Von Beginn an Hybrid denken, unter Corona so lange wie nötig eine digitale Alternative zum Live Event in der Hinterhand haben, aber auch wieder anfangen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zu veranstalten und so Menschen wieder zusammen zu bringen.

Ein offensiver und konstruktiver, sowie partnerschaftlicher Umgang hilft uns weiter und ein starker Dialog Richtung Berlin ist notwendig um die vielseitigem emotionale und so einmalig tolle Branche der Live Kommunikation gut durch die Krise zu führen.

ak

Autor

BERND

Datum

24. Juni 2020

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